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In Deutschland steigt der Mangel an qualifiziertem Personal im Gesundheitswesen kontinuierlich. Bis 2035 könnten nach aktuellen Schätzungen allein in der stationären Versorgung 307.000 Pflegekräfte fehlen. Viele Krankenhäuser versuchen daher, über verschiedene Strategien den steigenden Bedarf an Klinikpersonal zu decken – unter anderem durch das Anwerben von Fachkräften aus dem Ausland. Dabei ist nicht nur das Anerkennungsverfahren von Qualifikationen, sondern auch die betriebliche und kulturelle Integration wichtig.

Herausforderungen, Vorteile & Chancen

Das Rekrutieren von Pflegekräften aus dem Ausland bringt zwar Herausforderungen mit sich, aber auch viele Vorteile und Chancen: Eine Studie der Bertelsmann Stiftung zeigt, dass 48 % der Personalverantwortlichen die Einsatzbereitschaft der ausländischen Mitarbeitenden gegenüber deutschen Fachkräften als höher empfinden – 46 % als gleich hoch und nur 6 % als niedriger.

Auch der Bildungshintergrund spielt eine wichtige Rolle. Durch die kulturelle Prägung zeigen die Pflegekräfte andere Herangehensweisen an Aufgaben oder Probleme. So werden neue Denk- und Sichtweisen in die Organisationskultur integriert – das Innovationspotenzial und die Produktivität im Krankenhaus steigen.

Die Frage ist also, wie ein Arbeitsumfeld frei von Kulturalisierung geschaffen werden kann, damit sich Mitarbeitende aus anderen Ländern wohl fühlen und sich in das bestehende Team und die Klinik integrieren.

Kulturelle Integration – was muss beachtet werden?

Eine Nachhaltige Integration beginnt mit der kulturellen Integration neuer Teammitglieder. Sowohl Pflegekräfte aus Deutschland als auch aus dem Ausland sollten über die kulturellen Unterschiede informiert sein. Dazu zählen zum Beispiel das Verständnis von Hierarchie, Zeitempfinden oder direkter Ansprache.

Ein Beispiel: In asiatischen Kulturen sind hierarchischen Strukturen wesentlich starrer als in Deutschland. Auf der Arbeit macht sich das über „größeren Respekt“ gegenüber Führungskräften bemerkbar.

Ein interkulturelles Training kann dabei helfen, das gegenseitige Verständnis zu fördern und Frustration zu verhindern. Oft erweist sich auch ein generelles Kommunikationstraining als sehr nützlich für Klinikpersonal.

Betriebliche Integration – aber wie?

Um ein Arbeitsumfeld frei von Diskriminierung und Kulturalisierung zu schaffen, braucht es ein Konzept zur Integration. Dazu zählen beispielsweise Kommunikationsplattformen die den Austausch zwischen Führungskräften und Klinikmitarbeitenden fördern – auch ein Buddy-Programm unterstützt die Kommunikation und Integration neuer Teammitglieder. In der Regel ist ein Buddy ein gleichgestelltes Teammitglied der neuen Mitarbeiterin bzw. des neuen Mitarbeiters. Ziel ist es, die neue Pflegekraft in den ersten Wochen bei der Integration in die Organisationskultur und in das neue Arbeitsumfeld zu unterstützen.

Über Wissensplattformen können Informations- und Schulungsmaterialien einfach zur Verfügung gestellt werden. Dabei ist es wichtig, auf die leichte Verständlichkeit und Anschaulichkeit der Materialien zu achten. Der einfachste Weg ist eine Übersetzung der Unterlagen in mehrere Sprachen. So können essentielle Inhalten zu Arbeitssicherheit und Gesundheitsschutz leichter vermittelt werden. Auch kurze Trainingsvideos können den Wissenstransfer erleichtern.